Pilgerwanderung im Elsass vom 09. – 12.05.2013

 

Am 9. Mai haben sich 21 Frauen unserer Seelsorgeeinheit unter dem Motto "Hildegard von Bingen" auf eine Pilgerwanderung ins Elsass begeben. Nachdem bei einem Vortreffen die Route, die Übernachtungsmöglichkeiten, die Verpflegung, die zu wandernden Kilometer pro Tag und die Tatsache, dass jede Frau 3 Tage lang ihr benötigtes Gepäck selbst tragen muss, geklärt waren, wurden wir schon auf das Thema unserer Wanderung, nämlich "das Leben und Wirken der Hildegard von Bingen" von Susanne Walter und Susanne Stegmann eingestimmt. Die Vorfreude auf die Wanderung, sowie die Neugierde auf die thematische Begleitung waren bei allen Frauen riesig groß.

 

elsassAm 9. Mai war es dann endlich soweit. Nach Sternwanderung und Gottesdienst in St. Michael,  ausgestattet mit dem Wandersegen, den uns Pfarrer Marquardt erteilte, und mit vielen guten Wünschen ging es dann am Nachmittag - nach einem ausgiebigen Mittagessen im Garten von St. Michael - bei recht gutem Wetter mit den beiden Gemeindebussen und einem PKW in Richtung Münster im Elsass los. Angekommen in der Auberge Du Christlesgut in Breitenbach mussten wir uns zunächst einmal ein bisschen besser kennen lernen, denn schließlich wollten wir die nächsten drei Tage und Nächte miteinander verbringen. Nach einem ausgezeichneten Abendessen stand dann auch unser erster Tagesabschluss auf dem Programm, an dem wir zunächst einmal allgemeine Informationen über das Leben und Wirken Hildegard von Bingens, die uns ja, zumindest thematisch, die nächsten Tage begleiten würde, erhielten. Die angerissenen Themen sollten dann in den nächsten Tagen durch unterschiedliche Impulse zum Nachdenken, interessante Gesprächsanlässe, Körper- und Naturerfahrungen, Gebete und Bildinterpretationen vertieft werden. Aus der Kombination dieser unterschiedlichen Erfahrungsmethoden hat sich dann ein fester Tagesablauf ergeben.

 

Am Freitag, den 10. Mai wurden die Rucksäcke geschultert und ausgestattet mit dem Tagesthema: "Ich bin von Gott geschaffen und geliebt" starteten wir dann unsere erste Tagestour bei recht schönem Wetter. Unsere Mittagspause konnten wir dann sogar auf der Terrasse eines Naturfreundehauses verbringen. Nach 7-stündiger Wanderung mit vielen Gesprächen, interessanten Informationen und Impulsen zur eigenen Wahrnehmung und der Wahrnehmung unserer Weggefährtinnen erreichten wir dann am frühen Abend unsere Unterkunft Auberge du Steinlebach. Nach der elsässischen Spezialität - Kartoffeln überbacken mit Münsterkäse - haben wir nach dem offiziellen Tagesabschluss den Tag mit fröhlichen Gesprächs- und Spielerunden ausklingen lassen.

 

Am Samstag, den 11. Mai stand uns dann unsere längste, aber nicht so anstrengende, da auf der Höhe verlaufende Wanderstrecke bevor. Nach dem Frühstück und dem Morgenimpuls, der uns auf unser Tagesthema: "Umwelt - Natur - Schöpfung - Hildegardmedizin" einstimmte, marschierten wir bei mittlerweile recht trübem Wetter los. Zum Glück erreichten wir zur Mittagszeit eine Refuge, in der wir unser Vesper im Trockenen verzehren konnten, denn mittlerweile hatte es stark zu regnen begonnen. Was es heißt, Natur zu erfahren, erlebten wir nach der Mittagspause. Mit verbundenen Augen wurden wir durch die Natur geführt, konnten verschiedene Gräser, Moose, Blätter und Bäume berühren und sind über verschiedene Untergründe gelaufen. Es hatte - Gott sei Dank - auch wieder aufgehört zu regnen, so dass wir unsere Wanderung ohne Probleme bis zur Refuge des Trois Four fortsetzen konnten. Hier wurden wir zum Abendessen mit einer elsässischen Spezialität, nämlich Kartoffeln mit überbackenem Münsterkäse überrascht.

 

Am Sonntag, den 12. Mai hieß es dann unsere letzte Etappe, den Abstieg aus den Vogesen zurück nach Metzeral, zu bewältigen. Das war aber leichter gesagt als getan, denn erstens hatte es in der Nacht schon angefangen zu schneien, so dass die Wege nicht mehr erkennbar waren und zweitens war es ziemlichen neblig, so dass auch die Sicht recht schwierig war. Aber auch hier hatten wir wieder Glück. Im Verlauf des Vormittags riss der Himmel auf, so dass wir relativ trocken und unbeschadet mit dem Tagesthema: "Verantwortung wahrnehmen – gesandt sein", unser Ziel erreichen konnten.

 

Den Abschluss bildete noch ein gemeinsames Mittagessen in der Auberge unseres Ausgangspunktes und die Wirtin hatte uns, um uns eine besondere Freude zu machen, eine elsässische Spezialität, Kartoffeln mit überbackenem Münsterkäse, zubereitet. Dann ging es am Nachmittag zurück nach Filderstadt.

 

Alle 21 Frauen waren sich einig: wir haben phantastische Tage mit viel körperlichem Einsatz, dem einen oder anderen Muskelkater, tollen Gesprächen, vielen interessanten Informationen und Impulsen über Hildegard von Bingen, sowie vielen Anregungen für uns erlebt. Ganz herzlich bedanken möchten wir uns bei den beiden Susannes, denn sie haben durch ihre hervorragende Organisation und die umfassende Darstellung des Lebens und Wirkens der Hildegard von Bingen diese Pilgerwandertage zu einer absoluten Bereicherung und einem inspirierenden Erlebnis gemacht.

 

Monika Eisenhardt