Kirche am Ort - Kirche an vielen Orten - KIAMO 

 

Kirche der Zukunft – Rückblick gemeinsame KGR-Klausur

Eine Kirche, die bleibt, wie sie ist, bleibt nicht, wie sie ist. Sie fällt zurück. Das Wort von der ‚ecclesia semper reformanda‘ war auch am Klausurwochenende in den Räumen von Liebfrauen, Bonlanden, am 15. und 16. Februar gegenwärtig.

Zunächst ging es um die Verwaltungsstrukturen. Seit zehn Jahren gibt es die Seelsorgeeinheit Filderstadt mit den Kirchengemeinden St. Stephanus, Liebfrauen und der kroatischen Gemeinde Kraljica Mira. Eine Seelsorgeeinheit aber ist keine rechtliche Größe. Von daher stellte sich die Frage, welche künftige Form unsere Kirchengemeinden haben sollten. Drei Modelle sind denkbar.

  • Alles bleibt, wie es ist. Das wurde praktisch von allen anwesenden Kirchengemeinderäten als unbefriedigend empfunden. Zwar hat jede Gemeinde ihr gewachsenes Selbstbewusstsein und eigene Ausprägung, aber in der Verwaltung läuft vieles nebeneinander her und wird doppelt und dreifach bearbeitet. Das muss nicht sein.
  • Die Kirchengemeinden fusionieren, d.h. sie lösen sich auf und gründen eine neue. Die neue Kirchengemeinde bekäme dann den Namen des Stammsitzes, also St. Stephanus. St. Michael und Liebfrauen wären dann Filialkirchen.
  • Die Gesamtkirchengemeinde. Das ist eine rechtliche Größe mit einem Gesamtkirchengemeinderat und einem gemeinsamen Haushaltsplan. Jede Kirchengemeinde behält ein Budget für eigene pastorale Aufgaben. Aber die Vermögensverwaltung, etwa die Bewirtschaftung der Gebäude, wird von einem/r Gesamtkirchenpfleger/in wahrgenommen.

Wichtig war zunächst einmal die einstimmige Entscheidung der Kirchengemeinderäte von St. Stephanus und Liebfrauen für die Gesamtkirchengemeinde. Das kann jetzt dem Bischof gemeldet werden.

Danach muss eine Ortssatzung ausgearbeitet werden, in der festgelegt wird, wie weit oder wie eng die künftige Zusammenarbeit ist. Es geht dabei – das wurde betont – nicht um Verschlankung der Ersparnis wegen. Die Strukturen sollen so angepasst werden, dass möglichst viel Energie für die Aufgaben der Pastoral frei wird.

Natürlich kamen auch Ängste zur Sprache. Keine Gemeinde möchte etwas abgeben wollen, woran ihr Herz hängt. Keine Gemeinde möchte von der anderen übervorteilt werden. Doch das Vertrauen überwog. Vor zehn Jahren, als die Seelsorgeeinheit gegründet wurde, kamen die gleichen Ängste ins Spiel. Doch jetzt, nach zehn Jahren, hat sich gezeigt, dass alle gewonnen haben.

Der KiamO-Prozess soll am 30. Mai abgeschlossen sein. Auch das ist ganz im Sinn des Pfarrers, der die Gemeinde nicht verlassen möchte, wenn er dabei so eine offene Baustelle zurücklassen müsste.